Von der „Bastardökonomie“ zur Gemeinwohlökonomie

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Das System der sozialen Marktwirtschaft ist zu einem „Raubtierkapitalismus“ entartet.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, das einen Mittelweg zwischen freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft bietet und darüber hinaus geht. Ziel ist es, die Polarität des gegenwärtigen Hauptanreizrahmens (privaten) unternehmerischen Schaffens umzukehren: von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation.

Wirtschaftliche Aktivitäten sollen nicht mehr der persönlichen Profitmaximierung dienen, sondern vorrangig dem Gemeinwohl. Zu diesem Zweck stellt die Gemeinwohlökonomie nicht das Geld in den Vordergrund, sondern die gleichen Werten, die zwischenmenschliche Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Verantwortung, Mitgefühl, gegenseitige Hilfe und Kooperation.

Die Gemeinwohlökonomie überträgt die heute schon mehrheitsfähigen humanen Beziehungs- und Verfassungswerte auf die Wirtschaft und belohnt die Wirtschaftsakteure dafür, dass sie sich human, kooperativ, solidarisch, ökologisch und demokratisch verhalten und organisieren. Das Schlüsselinstrument für diese Verhaltenssteuerung ist die Gemeinwohlbilanz.

Hauptfunktion der Gemeinwohlbilanz ist, unternehmerischen „Erfolg“ zu messen, der in der Gemeinwohlökonomie wie auch in der freien Marktwirtschaft der Hauptzweck unternehmerischen Daseins und Strebens ist. Jedoch wird Erfolg in der Gemeinwohlökonomie nicht mehr am finanziellen Profit gemessen, sondern an Indikatoren, die den Beitrag des Unternehmens zum allgemeinen Wohl messen. Der tiefere Grund dafür liegt darin, dass Finanzgewinn in Geld gemessen wird und Geld nur den Tauschwert misst, jedoch keine Nutzwerte. Finanzgewinn ist in der Gemeinwohlökonomie nur noch Mittel zum Zweck: der Gemeinwohlmaximierung. Er darf nicht mehr maximiert und nicht mehr um jeden Preis erhöht werden. Er muss dem neuen Zweck, dem Gemeinwohl, als Mittel dienen.

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